Die folgenschwersten Führungsfehler, Teil II

Wie schon im letzten Artikel aus dieser Reihe angesprochen, setzt sich Führung aus vielen verschiedenen Tätigkeiten zusammen, die sauber abgestimmt zu einer Führungspersönlichkeit führen, der die Mitarbeiter gerne folgen. Wenn nicht, dann wird es allerdings schwierig,  insbesondere dann, wenn die Führungskraft nicht delegieren kann, alles an sich reißt oder delegiert und nicht anschließend kontrolliert.  Greifen wir dieses heiße Thema mal heraus:

Delegieren

  • Erster Fehler: Führungskräfte sehen häufig die Zielsetzung von Delegation völlig falsch. Es gilt nicht Arbeit zur Eigenentlastung weiterzugeben! Wichtigstes Ziel von Delegation ist: Mitarbeiter in die Selbständigkeit wachsen zu lassen, handlungssicherer und risikofreudiger werden zu lassen.
  • Zweiter Fehler: Die Delegation ist nicht mit ausreichenden Kompetenzen und Verantwortung verbunden. Die für die Aufgabenerfüllung notwendigen Informationen fehlen oder sind nicht ausreichend.
  • Dritter Fehler: Der Mitarbeiter ist mit der delegierten Aufgabe überfordert.
  • Vierter Fehler: Rückdelegation wird nicht als solche erkannt, bzw. erkannt und trotzdem akzeptiert.
  • Fünfter Fehler: Es gibt keine Feedback-Schleifen
  • Sechster Fehler: Die Fehlerkultur im Unternehmen ist krank bzw. nicht vorhanden

Auch hierzu ein paar hilfreiche Tipps:

  • Machen Sie dem Mitarbeiter Ihr Delegationsverständnis klar
  • Machen Sie dem Mitarbeiter die Zielsetzung der delegierten Aufgabe klar und stellen Sie die Eignung fest
  • Statten Sie Ihren Mitarbeiter mit ausreichenden Informationen, Kompetenzen und Verantwortung aus
  • Delegieren Sie Anordnungs- und Entscheidungsbefugnisse möglichst nahe an das Geschehen
  • Lassen Sie Rückdelegation niemals zu. Ersticken Sie jeden Rückdelegationsversuch im Keim ( insbesondere bei neuen Mitarbeitern)
  • Analysieren Sie die Motive der Rückdelegation und sprechen Sie Ihren Mitarbeiter möglichst zeitnah darauf an
  • Geben Sie ausreichendes aktives Feedback
  • Schaffen Sie eine Fehlerkultur, die Fehler als Orientierungshilfen  akzeptiert, Angst abbaut und Risikofreude fördert.
  • Geben Sie vor allem Vertrauen

Beachten Sie bitte, dass es auch eine Reihe von nicht delegierbaren Führungsaufgaben gibt, z.B. die Auswahl und Einstellung unmittelbarer Mitarbeiter oder das Trennungsgespräch! Herzlichen Dank an Mag. Friedrich Seher, Geschäftsführer der Interspar Österreich für diesen Artikel.

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