Zahlen Sie doch, was Sie wollen…

Ich muss ja zugegeben, brandneu ist diese Idee nicht. Aber offensichtlich ist sie immer noch so attraktiv, dass sie immer wieder eingesetzt wird, um Kunden zu finden und zu binden. Vor allem aber bringt diese Idee immer wieder eine Menge Publicity.

Ich spreche von der Idee, Kunden selbst darüber entscheiden zu lassen, welche Summe sie für eine Leistung bezahlen wollen. „Pay what you want“ – so lautet das Motto. Vorreiter sind beispielsweise Restaurants, die ihren Gästen überlassen, wie viel ihnen ein Menü wert ist.

Aber auch in anderen Branchen setzt man diese Idee erfolgreich ein:

So offeriert die Werbeagentur Agency Nil ihre kreativen Dienstleistungen ohne festen Preis. Lediglich für Reisekosten oder Produktionskosten wie Druck etc. wird ein im Voraus festgelegter Preis berechnet. „Uns geht es nicht um einen Preiskampf“, so Hank Leber, der Gründer der Werbeagentur, „sondern um Angebot und Nachfrage.“ Der Kunde bezahlt am Ende das, was ihm die Aktion wert ist – das ist fast immer kostendeckend und häufig sogar mehr als die Agentur verlangt hat…

Im Oktober 2007 stellte die Rockband Radiohead ihr neues Album „In Rainbows“ ohne festen Preis im Internet zum Download bereit. Drei Monate lang bestimmten die Käufer den Preis. Rund 1,2 Millionen Alben hat die Band in diesem Zeitraum verkauft. Über das wirtschaftliche Ergebnis schweigt sich die Plattenfirma aus, das mediale Interesse allerdings war gigantisch.

Die amerikanische Musikzeitschrift Paste hängte sich an die Idee von Radiohead an und bot Neukunden zwei Wochen lang das Angebot „11 Ausgaben, 11 CD`s – zahl was du willst“ an. Ziel war es, Paste erst einmal bei vielen potenziellen Kunden bekannt zu machen und so Abonnenten zu gewinnen – und das wurde bestens erreicht!

Der neueste Coup zu diesem Thema hat bisher unbekannte Ausmaße; gleich ein ganzes Dorf setzt auf „Pay what you want“. Der Ort Lengenfeld in Österreich lud Anfang Juli 2009 Touristen ein, eine Woche lang Urlaub zu machen und am Ende selbst zu entscheiden, wie viel sie bezahlen wollen. 16 Unterkünfte, 4 Restaurants und 7 Freizeiteinrichtungen nahmen an dieser Aktion teil. Auch hier steht der Werbeeffekt im Vordergrund. Zudem müssen die Teilnehmer an dieser Aktion Fragebogen ausfüllen und ausführlich begründen, wenn sie zum Beispiel nur 3 Euro für ein Menü bezahlen.

Also, überlegen Sie doch einmal, ob diese Idee nicht auch für Ihr Business geeignet ist.

Zwei Tipps dazu:

1. Begrenzen Sie eine solche Aktion auf einen kurzen Zeitraum.
2. Informieren Sie die regionalen Medien (auch Lokalrundfunk etc.), um entsprechend viel kostenlose Werbung zu bekommen.

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