Geistige Selbstbefriedigung

Ratgeberblogs und Foren sind oft die ersten Adressen, wenn man auf der Suche nach Problemlösungen ist. Aber wie viele Artikel und Posts haben Sie durchforstet, und es ist nichts dabei herausgekommen? Das Netz ist voll mit Blogs für jedes erdenkliche Thema. Convendi reiht sich da mit ein. Egal ob es um Photoshop-Skills geht, das Sprechen vor Publikum oder einfach Pilates-Übungen, um die Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen. Für jedes Problem ist die Lösung nur einen Klick bei Google entfernt. Fast.

Nur Resultate zählen

Es mangelt keineswegs an Informationen, Anleitungen oder Tutorials. Es fehlt an konkreten Handlungen, um etwas in die Tat umzusetzen. Es ist wie mit Kneipengesprächen, in denen die größten Ideen ausgeheckt und dann sehr schnell wieder vergessen werden. Ich habe mich selber dabei ertappt, wie ich mich durch Blogs und Foren gelesen habe, um eine geeignete Methode zu finden, alle Termine, Aufgaben und Ideen ordentlich zu strukturieren. Damit nichts auf der Strecke bleibt. In der Theorie kenne ich jetzt eine ganze Menge an Time-Management-Strategien. Das alles ist aber totes Wissen, wenn es nicht aktiv in den Lebensalltag integriert wird. Allein vom Lesen eines Kung-Fu-Buches kann man noch nicht kämpfen. Nur echtes Training bringt Resultate. Genau das ist es, was am Ende zählt.

Prokrastinieren

Verstehen Sie mich richtig: Es ist wichtig, genügend Informationen zu sammeln, um eine richtige Entscheidung zu treffen. Aber ab einem bestimmten Punkt müssen Taten folgen. Hat man diesen Punkt überschritten, ist weiteres Lesen nur noch eine willkommene Ablenkung, um nicht handeln zu müssen. Fünf weitere Artikel über einen effektiven Trainingsplan zu lesen ist erst einmal bequemer als vom Schreibtisch aufzustehen und einfach 20 Liegestütze zu machen. Darauf kommt es aber letztendlich an. Alles andere ist geistige Selbstbefriedigung. Es gibt das gute Gefühl, sich intellektuell mit dem Thema auseinander zu setzten. Wissen ist toll. Wissen allein bringt aber noch keine Veränderung.

Das gilt für alle Projekte. Auch die ganz kleinen. Nehmen wir diesen Artikel. Er hat bestimmt Rechtschreibfehler, und auch am Ausdruck kann noch gearbeitet werden. Aber er ist erst einmal online. Glücklicherweise habe ich Freunde, die besser in diesen Disziplinen sind und mich im Nachhinein korrigieren. Wenn ich diese Unzulänglichkeiten vorschieben würde (und das mache ich öfter als mir lieb ist) dann läge dieser Post immer noch auf der Festplatte zwischen Kochrezepten und der letzten Dexter-Staffel.

Die geheime Idee

Kennen Sie die Gespräche über neue Projekte, in denen jemand seine Idee nicht so richtig verraten möchte, weil sie so genial ist? Er hat Angst, dass ihm jemand seinen Einfall wegnimmt. Wer von dieser Idee wüsste, wäre ein gemachter Mann? Die Idee allein ist nicht viel wert. Nur die Umsetzung hat Bedeutung. Derik Sivers, der Gründer von CD Baby, hat das einmal sehr gut an einem Beispiel erläutert:

  • schlechte Idee: -1
  • schwache Idee: 1
  • so lala Idee: 2
  • gute Idee: 5
  • großartige Idee: 10
  • geniale Idee: 20
    _________________________________
  • keine Umsetzung: 1 €
  • schwache Umsetzung: 1.000 €
  • so lala Umsetzung: 10.000 €
  • gute Umsetzung: 100.000 €
  • großartige Umsetzung: 1.000.000 €
  • geniale Umsetzung: 10.000.000 €

Dabei muss jeweils ein Punkt aus der ersten Liste mit einem aus der zweiten multipliziert werden. Hier wird deutlich, dass eine „geniale Idee“ ohne Umsetzung 20 Euro wert ist. Eine „so lala Idee“ mit guter Umsetzung kommt jedoch auf 200.000 Euro. Die Durchführung ist alles, was zählt!
Herzlichen Dank an Stefan Wabner für diesen tollen Artikel.

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