Analysen als Zeitvertreib ohne Folgen?!

Es wird viel analysiert und gemessen in deutschen Unternehmen: Wie zufrieden sind unsere Kunden? Wie zufrieden unsere Mitarbeiter? Wie wirkt unser Marketing? Wie effizient arbeitet unser Vertrieb? Wie hoch ist der Zielerreichungsgrad? Wie hoch die Weiterempfehlungsrate unserer Kunden? u. v. a. m.

Gut zu wissen! – Und jetzt?

Grundsätzlich machen diese Analysen natürlich durchaus Sinn. Aber Hand auf‘s Herz: Wie oft hat sich in Ihrem Unternehmen aus einer Analyse nicht mehr ergeben als „wertvolle Erkenntnisse“? Wie oft sind alle weiteren Ansätze, daraus konkrete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten und auch umzusetzen, im Sande verlaufen? Wir hören immer wieder von unseren Kunden, dass spätestens beim Konzept Schluss ist und nichts weiter passiert. Oder es werden erste Dinge in Angriff genommen, die aber schnell im Tagesgeschäft und im alten Trott untergehen. Dann ist das beste Wissen wertlos.

Wer analysiert, muss auch bereit und in der Lage sein zu handeln. Diesen Anspruch sollten Sie an sich selbst, Ihre Kollegen und Mitarbeiter und vor allem auch an externe Berater stellen, die Ihnen aufwändige Analysen verkaufen. Hinterfragen Sie von Anfang an: Was passiert mit den Ergebnissen? Was machen wir daraus? Wenn Sie darauf keine klare Antwort finden oder erhalten, sparen Sie sich die Analyse. Denn Wissen allein verändert nichts.

Impuls

Holen Sie sich die letzte Analyse, die für Sie wichtige Erkenntnisse gebracht hat, noch einmal hervor: Was ist danach wirklich passiert? Was davon hat heute noch Gültigkeit? Wo sind wir wirklich bewusst und gezielt besser geworden? – Sie sind mit Ihrem Fazit unzufrieden? Dann machen Sie es beim nächsten Mal von Beginn an besser:

  • Gehen Sie vom ersten Schritt an pragmatisch vor, lassen Sie sich Konzepte und konkrete Verbesserungsvorschläge vorlegen. Achten Sie dabei mehr auf Qualität als auf Quantität. Achten Sie vor allem auf Machbarkeit.
  • Installieren Sie für die Bearbeitung der Ergebnisse eine Projektstruktur mit klaren Verantwortlichen.
  • Bestehen Sie auf professionellem Projektmanagement.
  • Suchen Sie sich intern und extern Experten für die anstehenden Aufgaben.
  • Arbeiten Sie nicht mit reinen Analysten zusammen, für die die Analyse ein Selbstzweck ist.
  • Formulieren Sie die Aufgabe schon vor der Analyse in Bezug auf das konkrete Ziel einer späteren Umsetzung anstatt auf das reine Analyse-Ziel (z. B. „Wir wollen die Bindung unserer Kunden stärken / erhöhen. Mit unserer Kundenzufriedenheitsbefragung wollen wir herausfinden, wo wir stehen und an welchen Schrauben wir drehen müssen.“ anstatt „Wir wollen wissen, wie zufrieden unsere Kunden sind.“)

Gerade die Vertriebssteuerung über Zahlen geht oftmals an der realen Welt vorbei, daher macht es insbesondere auch hier Sinn, sich intensiver mit den Analysen und den daraus abgeleiteten Schritten intensiv auseinander zu setzen. Danke an Tanja Günnewig für diesen Artikel auf 4managers

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