Gutes Feedback – wirklich gut?

Das Seminar ist vorbei – zumindest fast. Es ist ja üblich, zum Ende hin von den Teilnehmern ein Feedback einzuholen und gemeinsam die Maßnahme zu reflektieren.  Da kommt meist Positives, aber vielleicht auch der eine oder andere Kritikpunkt. Doch wenn Sie jedes Mal hören: „Das Seminar war ausgezeichnet“, dann sollten Sie hellhörig werden und gezielt nachhaken!

Denn Schulungen sind wichtig, das steht außer Frage. Doch in vielen Unternehmen ist es schon nahezu typisch (und Routine) geworden, dass deren Außendienstmitarbeiter jährlich mindestens einmal ein Seminar rund um die Thematik Verkaufen mitmachen dürfen. Und da es sich auch dabei in gewisser Weise um Routine handelt, kann es auch sein, dass die Antworten, die Sie von den Teilnehmern bekommen, ebenfalls zur Routine werden. Daher ist es sinnvoll, gezielt nachzufragen:

1. Frage: War das wirklich so positiv oder will man nur höflich zu Ihnen sein? Fragen Sie direkt nach und fordern Sie aktiv dazu auf, auch Kritikpunkte zu äußern.

2. Frage: Was hat denn das Seminar überhaupt bei den Teilnehmern bewirkt? Fragen Sie nach, was der einzelne Mitarbeiter inhaltlich aus dem Seminar mitnimmt und zukünftig anders oder besser machen möchte. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, auch in Einzelgesprächen nach.

3. Frage: Lassen Sie die Teilnehmer konkret einschätzen, wie das Seminar deren Verkaufserfolg beeinflusst? Nun muss der Mitarbeiter definitiv Farbe bekennen und auf die Antworten können Sie gespannt sein.

Als Impuls für Änderungen an Ihrem Schulungskonzept hilft vielleicht auch die Erwartung an die Teilnehmer, zum Abschluss des Seminars eine „Zertifizierung“ zu den dargebotenen Seminarinhalten durchzuführen. Das ist ein gutes Controlling für Sie als Trainer, hilft als Feedback für den Verkaufsleiter (oder den, der das Training bezahlt)  und insbesondere für die einbezogenen Seminarteilnehmer.

Darüber hinaus ist es wichtig,  dass jedes Seminar den Vertriebsmitarbeitern einige praxisorientierte Aufgabenstellungen mit auf den Weg gibt. Der Erfüllungsgrad dieser Aufgabenstellungen – einige Wochen später – bewirkt, dass Seminarinhalte ernst genommen und umgesetzt werden.

Dabei sollten Sie  unbedingt individuelle Aktionspläne gemeinsam mit den geschulten Mitarbeitern aufstellen; was wird gemacht, wie und woran wird gemessen, dass sich etwas verändert hat. Ohne diese konstruktiven Gespräche und ein gezieltes Nachhalten der Vorsätze sind Trainingsmaßnahmen nicht einmal die Hälfte wert.

2 Kommentare zu „Gutes Feedback – wirklich gut?“

Kommentieren

Kategorien
Das Archiv